Montag, 3. September 2012
Die ersten Tage
So meine Lieben,

die ersten Tage sind vorbei und nun möchte ich euch ein paar Zeilen schreiben. Es war aufregend, vieles neu und ich habe schon eine Menge neuer Leute kennen gelernt.

Der Start war leider nicht ganz so super wie erwartet, aber auch nicht schlimm. Der Flug war für mich mehr oder weniger reibungslos verlaufen, nur leider hatte es eine meiner Taschen beim Umsteigen in Kopenhagen nicht geschafft und so musste ich in Stockholm fast vier Stunden warten und hoffen, dass meine Tasche mit dem nächsten Flieger noch eintreffen würde... Was dann glücklicherweise auch der Fall war, so dass ich mit meinem gesamten Gepäck nach Umeå weiterfliegen konnte.
Die erste Nacht im Hostel war dann soweit ganz gut, natürlich noch ein wenig einsam, aber das Wetter spielte mit und ich konnte mir das Städtchen zumindest bei Sonnenschein anschauen.

Am nächsten Morgen ging es dann zum Büro der Wohnungsgesellschaft, über die ich mein Studentenzimmer gemietet habe. Schlüssel abholen und dann das Zimmer anschauen. Und dann der erste (kleine) Schock: Ich wohne (was ich vorher ja auch wusste) mit 8 anderen Leuten in einem Korridor und teile mir mit denen eine Küche. Mein Zimmer hat ein eigenes Bad, das ist aber auch schon alles an Luxus. Das Zimmer ist "möbliert", eine Matratze fehlte aber tatsächlich. Und auch ansonsten ist der Raum ziemlich dunkel, alles ziemlich spartanisch und das Gebäude aus den 60ern... Und leider ließ auch die Sauberkeit zu wünschen übrig, habe erstmal mein Bad ordentlich geschrubbt. Und auch die Küche roch sehr komisch, was unter anderem an dem Kochen meiner pakistanischen Mitbewohner liegt. Ach ja, ich hatte ja etwas von 8 Mitbewohnern erzählt. Ich habe eigentlich 10, weil sich drei Pakistanis ein Zimmer teilen!!

Das war also der erste Eindruck von der ganzen Wohnung. Ich bin dann also erstmal los, habe mir eine Matratze und eine SIM-Karte für mein Handy gekauft, um zumindest ein bisschen kommunizieren zu können. Der erste Tag war mit Eindrücken voll, leider eben nicht nur positive.

Aber das Ganze bessert sich jeden Tag, mir geht es mittlerweile sehr gut. Bereits am zweiten Morgen habe ich einen meiner Pakistanis (das waren zu dem Zeitpunkt noch die einzigen, die schon hier waren) bezüglich Internet gefragt und er gab mir gleich erstmal seine Zugangsdaten für sein WLAN-Netz, sodass ich erstmal ordentlich skypen konnte. Das hat mir auch so ein bisschen die ersten Tage geretten.

Am zweiten Tag ginge dann weiter zum Tax Office, weil ich eine schwedische Personennummer beantragen muss. Dort habe ich dann Cindy (deutsch) und Mike (Kanadier) kennen gelernt, eben einfach angesprochen. Mit den beiden habe ich dann die ersten Tage bis zum Beginn der Orientation Week an der Uni verbracht. Wir haben viel zusammen eingekauft (in meiner Wohnung war ja absolut nichts vorhanden) und häufig eine Fika eingelegt. Fika ist eine Kaffeepause, von denen die Schweden am Tag mindestens zwei Stück machen. Schon eine sehr gemütliche Tradition!

Ja, und so langsam gewöhne ich mich hier also ein. Die Orientation Week an der Uni war lustig, wir sind rund 490 internationale Studenten, von denen viele allerdings nur ein halbes Jahr hier bleiben. Cindy und Mike, mit denen ich immer noch viel unterwegs bin, werden allerdings die ganze Zeit hier bleiben!

In der Orientation Week gab es viele Vorträge rund um die Uni und das Leben in Umeå. Ich bin gespannt, die Schweden sind schon ein bisschen anders als wir Deutschen, deutlich reservierter, aber wenn man erstmal Kontakt mit ihnen hat, dann auch sehr nett und hilfsbereit. Um keinen Kulturschock zu bekommen, haben wir daher auch viele Infos zum Thema Kultur bekommen :-)

Ansonsten war die Orientation Week eher ruhig, viel gefeiert haben wir noch nicht. Im Gegensatz zu den Schweden, die sich hier als Einstimmung auf das Semester und für die "Einführung" der neuen Studenten richtig die Kante geben. Hier gibt es viele Student Unions, die alle unterschiedliche Overalls besitzen und seit über einer Woche in den Overalls oder anderen Kostümen über den Campus oder durch das Wohnheimgebiet laufen und trotz hoher Alkoholpreise meist ziemlich betrunken sind. Die Internationals lassen es da etwas ruhiger angehen.

Gestern war nun der letzte freie Tag, wir haben uns mit 10 Internationals getroffen und Blaubeeren gepflückt. Daraus wurde dann leckerer Kuchen gemacht, Fotos gibt es später!!

Ja ihr Lieben, so viel erstmal zu meinen ersten Tagen hier vor Ort. Ich werde an meinem Blog noch ein paar Schönheitsarbeiten durchführen, sobald ich rausgefunden habe, wie das funktioniert :-). Aber ich wollte euch erstmal wissen lassen, dass es mir gut geht und mich für die vielen lieben Mails bedanken, die ich bereits bekommen habe!!

Schweden ist toll, aber ich vermisse auch zu Hause und euch!! Also meldet euch weiter fleißig, ich freu mich drüber!!

Vi ses!

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